Liam Gillick & Corinne Jones

Dezember 6, 2010

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Wow. Liam Gillick und Corinne Jones veranstalten extra eine Release-Party für unsere erste Picture Disc. Und zwar am Mittwoch, den 8. Dezember bei Casey Kaplan in New York. Es gibt nur noch wenige Exemplare; natürlich im Brigade-Onlineshop.


Brigadetagebuch

November 15, 2010


Was ist eine Brigade

November 15, 2010

Weil’s immer wieder zu Verwechselungen bei Rezensionen kommt, was der Name Brigade Commerz eigentlich bedeuten soll, hier mal die Kurzerklärung. Brigade Commerz hat keine pseudomilitärische Organsiationsstruktur und überhaupt nichts Martialisches. Nicht nur in der DDR sondern in vielen sozialistischen Staaten bezeichnete die Brigade Arbeitskräfte in einer Wirtschaftseinheit, die eben bestimmte Produktionsprozesse ausführen sollten. Vorbild war die russische Bezeichnung brigada (бригада). Das Brigade in Brigade Commerz betont genau diesen Aspekt eines Arbeitsdienstes, der kollektiv durchgeführt wird, mit folgendem Auftrag: Aufbau eines Audio-Archivs zur zeitgenössichen Kunst. Commerz dagegen zielt auf die Heterogenität dieses Archivs und ist bei Kurt Schwitters entlehnt. Natürlich ist Brigade Commerz – Audio Arts Archives auch kommerziell, um Beträge zu erwirtschaften, die in den weiteren Aufbau des Archivs fließen. Wenn man ein bisschen googelt, stößt man auf allerlei zum Thema Brigade. Es gab z.B. in der DDR sogenannte Brigadetagebücher, die die Entwicklung des jeweiligen Arbeitskollektivs  literarisch-dokumentarisch darstellen sollten. Unter dem sperrigen Titel Alltagskommunikation in der DDR – eine pragmalinguistische Untersuchung der Textsorte Brigadetagebuch findet sich im Netz sogar eine Dissertation zum Brigadetagebuch. Und antiquarisch kann man noch einige ausgezeichnete Titel und Lehrbücher erstehen, die einem beim Verfassen des Brigadetagebuches hilfreich zur Seite stehen. Für Titel wie Das Brigadetagebuch und die Wirklichkeit muss man doch dankbar sein. Natürlich hab ich da mal ein paar bestellt und bin gespannt, ob ich die für diesen Blog nutzen kann.


Peter Weibel Internist vs Pathologe

November 8, 2010

Elmgreen & Dragset

November 8, 2010

Am Samstag ist die Ausstellung Celebrity – The One & the Many im ZKM Karlsruhe eröffnet worden. Elmgreen & Dragset knüpfen mit dieser Arbeit an vorherige Installationen in der Serpentine Gallery (The Welfare Show) und der 53. Biennale von Venedig (The Collectors – The Danish and Nordic Pavilions) an. In den Lichthöfen des MNK ist ein mehrstöckiger Plattenbau und ein Festsaal aufgebaut. Das große Thema beider Aufbauten ist die gegenwärtige Celebrity-Culture, die auf diese Weise von den Künstlern analysiert wird. Gott sei dank ist das nicht alles, denn die doofen Fotografen, die beim Eintritt angeblich den Besucher wie einen Celebrity behandeln, waren ziemlich platt. Nachdem man diese Hürde genommen hat, tritt man – ähnlich wie 2009 in Venedig – ein in ein faszinierendes Geflecht von Erzählungen und Perspektiven, zumindest, was den Plattenbau betrifft. Der Festsaal gibt da nicht so viel her. Soziale, politische und künstlerische Fragestellungen überschneiden sich und wenn man den vorgekauten Weg der Casting-Shows verlässt, gelingt das auch super. Wirklich eine imposante Ausstellung, zu der man dem ZKM und den Kuratoren nur gratulieren kann. Das kurze Video gibt eine Kostprobe von Peter Weibels Höhenflügen bei der Eröffnungsrede, vor allem die Passage über den Künstler als Internisten und Pathologen hatte es in sich. Wobei mir eigentlich die Pathologen lieber sind. Sieht man ja an dem schönen toten Schriftstellervon Maurizio Cattelan  im Pool vor dem Dänischen Pavillon. Cattelans Rolle scheint das Duo Elmgreen & Dragset perfekt weiter zu spielen. Auf jeden Fall sind die beiden ein Muss für Brigade Commerz. Im Januar sind sie nochmal auf einem Podium im ZKM. Vielleicht ist das ja eine günstige Gelegenheit.


Scarlettierbaby’s Himbeermundgeist

November 5, 2010


Brigade-Editionen

November 5, 2010

Ich war gestern bei Christoph Keller in der Stählemühle, um über das Design für die Ausgewählten Schriften von Jonathan Meese zu sprechen. Christoph und ich geben die zusammen heraus und wenn alles gut geht, erscheint Jonathan Meese / Die Diktatur der Kunst – Ausgewählte Schriften 1999-2010 im Herbst 2011. Im Gepäck hatte ich Exemplare unserer Schnapseditionen mit Meese, Gillick und den Chapmans, die es bei Brigade-Commerz-Online-Shop gibt. Nur den Grappa, denn die Stählemühle gewinnt ja einen Preis nach dem anderen für ihre Edelbrände. Zum Schluss durfte ich noch von dem super leckeren Gin probieren, der gerade gebrannt wird und den neuen Degustationsraum anschauen. Die Phiolen, die da aufgestellt waren, sahen genauso wie Mike Kelleys Kandors-Installation aus. Das ist wirklich immer vom Feinsten, wenn Christoph etwas anpackt.


Manson on Lynch

Oktober 31, 2010

Marilyn Manson on Lynch

Oktober 30, 2010

Heute mal ein kleiner Leckerbissen, nachdem ich endlich verstanden habe, wie man ein MP4-Video mit PMB schneiden bzw. trimmen kann. Seit ich unsere Sony Bloggie als Werbegeschenk für ein Abo von art bekommen habe, nutze ich die bei jedem Brigade-Einsatz. Wir waren Anfang Juli zur Pressekonferenz mit Marilyn Manson in der Wiener Kunsthalle eingeladen. Ganz ehrlich, so etwas hab ich noch nicht erlebt. Ein unglaublicher Trubel unter den geladenen Medienvertretern, deshalb sind die Aufnahmen auch so verwackelt. Immer wieder springt einer von diesen Idioten auf, um ein noch besseres Bild zu machen. Danach, und das war echt Knüller, hatten wir eine 5-Minuten-Audienz mit Manson, die uns Brigitte Schenk, seine Galeristin ermöglicht hat. Voher durften wir mit seinem persönlichen Assistenten – Tony oder Michael oder wie auch immer – die Konditionen für mögliche Aufnahmen besprechen. Wenn überhaupt, dann ginge später mal ein Telefoninterview. Und dann waren wir endlich an der Reihe, vorgelassen zu werden. Wir haben MM gleich mal unsere Chapman-CD und die von Otto Dix und Jonathan Meese geschenkt. Er kannte alle Künstler offensichtlich nicht, aber jetzt kommt’s, er will mitmachen und schlägt vor, dass wir ihn in seinem Studio anrufen sollen, wo er dann seine Antworten gleich ins Mikro sprechen will. Dann wurde der Manager irgendwie unruhig und es war klar, dass die Audienz jetzt vorbei war. Na ja und jetzt warten wir mal auf den Termin. Vielleicht klappt das ja wirklich mit Manson. Das wäre der Wahnsinn. Lynch haben wir in Goslar ja auch schon aufgezeichnet, warum sollte das hier nicht auch was werden. Die Passage im Video geht übrigens über die Zusammenarbeit beider bzw. Mansons Auftritt in David Lynchs Lost Highway. Lohnt sich!


Daniel Richter

Oktober 27, 2010

Schade. Eigentlich wollten wir Teile des Gesprächs mit Daniel Richter, das wir in Salzburg im Juli aufgezeichnet haben, als Textversion in Lettre International vorveröffentlichen. Die wollen ihre nächste Ausgabe ganz der Malerei widmen. Aber Daniel Richter hält das für so ein Format für zu persönlich und vor allem zu unpräzise. Für unsere Audio-CD Daniel Richter – Paranoia findet er den Inhalt passend. Gott sei Dank! Aber vermutlich hat er recht. So eine persönliche Atmosphäre, wie wir sie häufig bei unseren Aufnahmen vorfinden, lässt sich schwer in eine Textfassung transportieren. Und da steht das dann eben Schwarz auf Weiß und wirkt dadurch manchmal sehr hart. Kennt man ja aus anderen Interviews.